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Jung und extrem flexibel. 

Das kindliche Gehirn hat bereits so viele Zellen wie bei einem Erwachsenen. Aber es fehlt noch an Verbindungen, sogenannten Synapsen. Die bilden sich während der ersten beiden Lebensjahren sehr rasch, mit jeder Aufnahme von Informationen. Pro Sekunde können sich bis zwei Millionen neue Synapsen bilden. Ein Zweijähriges verfügt deshalb die schier unvorstellbare Zahl von 100 Billionen solcher Verbindungen. Damit zweimal mehr als ein Erwachsener. Also zu viele. Tatsächlich, die Hälfte der Synapsen wird wieder abgebaut. Wie denn? Ganz einfach: Synapsen, die aktiv „trainieren“, werden stärker. Die ungenutzten Verbindungen bilden sich zurück und verschwinden letztlich ganz. Was unsere Persönlichkeit ausmacht, ist nicht, was im Gehirn heranwächst, sondern das Weggenommene. Da liegt der Vergleich zum unbehauenen Stein nahe, der die perfekte Figur in sich trägt; das Unnötige muss bloss weg.

Wir spezialisieren unseren Denken in den ersten Lebensjahren, dank dem, was wir aufnehmen und erfahren. Das macht uns derart anpassungsfähig, aber auch verletzlich. Was, wenn im ersten Lebensabschnitt Sprache, Fürsorge, Liebe und Schutz zu kurz kommen?

Zum Glück bleibt unser Gehirn auch im Alter plastisch. Leben bedeutet verändern.

Quellenhinweis: Buch „The Brain – Die Geschichte von Dir“, David Eagleman